Projektdetails

Weiterentwicklung des Direktvermarktungssystems "Weidewonne" und Beratung von Schäfereibetrieben bei der teilmechanisierten Landschaftspflege zur Erhaltung der Steppenrasengebiete in Nord- und Mittelthüringen


  • Antragsteller:  Naturstiftung David
  • finanzieller Gesamtumfang:  221.022,87 EUR
  • Förderung durch die Stiftung Naturschutz Thüringen: 19.500,00 EUR
  • Projektzeitraum: 11/2016 bis 12/2019

Projektbeschreibung

Ziel des hauptsächlich ENL-geförderten Projektes ist die nachhaltige Einrichtung günstiger regionaler Schafbeweidungsbedingungen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen ist für die Erhaltung der naturschutzfachlich wertvollen Steppenrasen, Trocken‐, Halb‐Trockenrasen und Streuobstbestände in Thüringen derzeit die qualitativ beste Nutzungs‐ und Pflegemöglichkeit. Folglich ist die Erhaltung und Förderung der Schäfereien ein wesentlicher Garant für die Absicherung der Pflege‐ und Erhaltungsziele im Zusammenhang mit landes‐, bundes‐ und EU‐weiten Schutzgebietssystemen. Der immer noch anhaltende Rückgang der Anzahl der Schäfereien in Thüringen – im Unterschied zu anderen Bundesländern – ist ein Resultat der schlechten ökonomischen Rahmendaten. Die Hintergründe dafür sind zwar vielfältig, verantwortlich sind aber vor allem zwei Haupt‐Ursachen: 1. Neben der für die Schafbeweidung zwingenden notwendigen Förderung über KULAP ist die Etablierung einer tragfähigen (regionalen) Schlacht‐ und Absatzstruktur für Lammprodukte ein weiteres wichtiges Standbein für eine langfristige Absicherung der Schäfereibetriebe. Ein Direktvermarktungssystem für Schäfereiprodukte fehlt in Thüringen. 2. Die Erfahrung selbst bei intensiver Schaf- und Ziegen-Beweidung zeigt, dass in Abhängigkeit von den individuellen Flächenvoraussetzungen (z.B. Boden, Wasserhaushalt, Zeitpunkt der letzten Entbuschung) auf eine wiederkehrende, mechanische Nachpflege in festzulegenden zeitlichen Rhythmen nicht verzichtet werden kann, um den optimalen Erhaltungszustand der Fläche längerfristig abzusichern. Den Schäfereien fehlen Erfahrungen mit dem Einsatz der Technik. Zur Erreichung des Projektzieles wird sowohl das im EU‐LIFE‐Projekt initiierte Direktvermarktungssystem „Weidewonne“ erheblich weiterentwickelt als auch die Vernetzung zwischen den Schäfereibetrieben und den Organisationen/Institutionen koordiniert, die Technik zur mechanischen Entbuschung besitzen. Außerdem erfolgt eine Beratung der Schäfer zum Technikeinsatz. Angestrebte Wirkung des Projektes ist die Erhaltung der gefährdeten Lebensräume mit ihren hochdiversen und gefährdeten Artengemeinschaften auf den 400 bis 450 ha Steppen‐, Trocken‐ und Halbtrockenrasen im Thüringer Becken mit Randplatten, die im Rahmendes ausgelaufenen EU‐LIFE‐Projekts „Erhaltung und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens“ (Laufzeit 2009 – 2015; Projektträger: Land Thüringen) sowie des Naturschutzgroßprojekts „Hohe Schrecke“ (Laufzeit Projekt II: 2013 – 2023; Projektträger: Naturstiftung David) bearbeitet wurden/werden. Mögliche Nachfolgen des Projektes könnten die weitere Verbreitung der Marke „Weidewonne“ sowie die Umsetzung der Projekterfahrungen in weiteren Gebieten Thüringens und darüber hinaus sein.


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