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Artenspektakel zum Geo-Tag der Natur mit beachtlichem Ergebnis

17.07.2017

50 Interessenten und Akteure erfassten über 500 Arten

Knapp 50 Leute tummelten sich am Wochenende vom 17.-18.06 017 zum GEO-Tag der Natur am Hansteiner Teich in Rimbach, einen Ortsteil von Bornhagen, in der Nähe der Burg Hanstein, im Grünen Band. Unter Ihnen befanden sich 8 spezielle Artenkenner. Entomologen, Ornithologen, Fledermausexperten, Botaniker und Menschen mit dem Wissen über Flechten und Moose machten sich an diesem Wochenende bereit, ihre Kenntnisse anzuwenden, Arten zu finden und diese interessierten Menschen nahezubringen.
Es wurden drei Lichtfangstationen aufgebaut, mehrere Fledermausaufzeichnungsanlagen installiert und verschiedene Exkursionen in das angrenzende Gebiet unternommen.
Ein sehr interessanter Vortrag über Wildbienen und den Bau von Insektenhotels sowie die Vorstellung eines Kleinen Abendseglers, welcher als Pflegling bei einem der Fledermausspezialisten lebt, waren neben dem Lichtfang besondere Attraktionen des Abends.
Selbstverständlich kamen auch die Verköstigung und die Geselligkeit der Teilnehmenden nicht zu kurz, wodurch die Veranstaltung auf allen Ebenen ein Erfolg war. Es gab z.B. Bratwürste von Ziegen und Schafen, welche zu Lebzeiten im Grünen Band geweidet hatten und somit bestens zur Kulisse passten.
Nach Auszählungen konnten 264 Pflanzenarten, davon sieben Arten, welche nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind und drei Arten, welche in Thüringen auf der Roten Liste stehen,  ausgemacht werden.
Immerhin 129 Nachtfalterarten konnten beim Lichtfang erfasst werden. Bei den Exkursionen am Sontag kamen nochmal 24 weitere tagaktive Insekten hinzu, sowie eine für diese Breiten seltenere Raupe der Geißblatt-Eule (Xylocampa areola).
Laut Entomologe Hans-Clodwig Weber, welcher 2016 im selben Gebiet einen Erstnachweis für Thüringen der seltenen Heidekraut-Bodeneule (Xestia agathina) erbrachte, konnte man leider den Rückgang der Arten schon deutlich spüren. „Früher hätte man unter diesen Bedingungen eigentlich gar nicht atmen können, vor lauter Faltern.“
Sechs Fledermausarten, allesamt typische Waldarten sowie verschiedene Arten der Gattung Myotis, also Mausohrfledermäuse, konnten alleine am Teich festgestellt werden. An einer Stelle, etwas abseits,  wurden innerhalb kürzester Zeit über 1800 Rufaufzeichnungen registriert, bevor der Detektor vor Überlastung seinen Dienst aufgab.
Eine zwar noch verbreitete  aber doch in Deutschland gefährdete Art konnte im Bereich der Trockenrasen bestaunt werden. Eine Schlingnatter sowie eine Blindschleiche boten auch den kleinen Teilnehmern einen interessanten Anblick.
32 Vogelarten durchzogen am Sonntag Vormittag das Gebiet. Auch ein seltener Wespenbussard konnte am Himmel beobachtet werden. Weiterhin wurden  43 Moosarten sowie 16 Flechtenarten verzeichnet. Eine vor Ort nachgewiesene Flechtenart, Ramalina fastigiata gilt laut der Thüringer Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ und wurde in Thüringen bisher nur an fünf Orten gefunden  Auch zwei immer seltener werdende Feldhasen und drei Libellenarten zeigten sich am Morgen am Teich.
Insgesamt konnten also  über 500 verschiedene Arten erfasst werden.  

Autor: Peggy Faulstich