Projektdetails

Gartenschläfer in Thüringen


  • Antragsteller:  BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
  • finanzieller Gesamtumfang:  316.065,12 EUR
  • Förderung durch die Stiftung Naturschutz Thüringen: 45.000,00 EUR
  • Projektzeitraum: 10/2018 bis 09/2024

Projektbeschreibung

Die Thüringer Vorkommen des Gartenschläfers befinden sich am nordöstlichsten Rand des kompakten westlichen Verbreitungsgebietes der Art. Mit dem Projekt werden Wissenslücken zur Biologie und Verbreitung geschlossen sowie Schutzmaßnahmen geplant und umgesetzt für eine Art, die bisher wenig im Fokus von Schutzmaßnahme stand. Durch die umfangreichen, vorgelagerten Untersuchungen können die ökologische Anforderung der wenig untersuchten Art zielgerichtet analysiert und in die Maßnahmenumsetzung bedarfsabhängig ausgerichtet werden. Zum Start des Projekts werden durch die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und den BUND die Rückgangsursachen und das Ausmaß des Artrückgangs der Gartenschläfer mit Hilfe von standardisierten Monitoringmethoden in den Bundesländern erforscht und identifiziert. Daraus wird neben einem bundesweiten Schutzkonzept, das unter Einbeziehung der Ergebnisse aus Thüringen entwickelt wird, ein spezifisches Maßnahmenkonzept für Thüringen entwickelt und umgesetzt. Dringende allgemeine Schutzmaßnahmen werden von Beginn an über die gesamte Projektlaufzeit realisiert. Bei allen Maßnahmen des Projektes werden betroffene gesellschaftliche Gruppen wie Gartenbesitzer, Kleingärtner, Förster und Waldbesitzer, Tierauffangstationen aber auch die allgemeine regionale und überregionale Öffentlichkeit informiert. Hierfür werden jeweils zielgruppenspezifische Ansprachen und Materialien entwickelt. Von Beginn an werden interessierte Freiwillige in das Projekt mit eingebunden, somit wird während der Projektlaufzeit ein Netzwerk aus freiwillig tätigen „Gartenschläferretter“ aufgebaut und gepflegt, dessen Aktive sich langfristig des Schutzes der Tiere annehmen. Interessierten wird u.a. mit Hilfe um-fassender Qualifizierungen die Möglichkeit gegeben, sich im Monitoring sowie bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu beteiligen. Dadurch werden für das Projekt wertvolle Daten gewonnen, der Gartenschläfer gerät mehr in den Blick der Öffentlichkeit und die Wirksamkeit von Schutzkonzepten wird durch eine Akzeptanz der Schutzwürdigkeit entscheidend unterstützt. Mit ein-fließen werden hier die Erfahrungen und Kenntnisse aus anderen Citizen Science-Projekten des BUND. In der ersten Projektphase in einzelnen Projekträumen zu ergreifende Maßnahmen sind beispielweise die kleinräumige Optimierung und Vernetzung von Gartenschläferhabitaten, die Schaffung von zusätzlichen Versteckmöglichkeiten (z.B. Anlage von Lesesteinhaufen und Pflanzung von Wildsträuchern), der Schutz von Höhlenbäumen (z.B. auf Streuobstwiesen) und das Ausbringen von Nistkästen. sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen für Gartenschläfer (Ertrinken in Regentonnen). Zweite Projektphase - Maßnahmen des bundesweiten Schutzkonzeptes: Maßnahmen in der zweiten Projektphase wären in den Mittelgebirgsgebieten beispielweise eine Optimierung von Waldrändern, Totholzförderung, Erhalt von Höhlenbäumen, Erhöhung der Baum- und Strauchartendiversität, Auflichtung / Entbuschung / Freistellen von Blockschutthalden sowie u.U. auch Kauf von Flächen. In den wärmegetönten Gartenschläferhabitaten, die in Thüringen voraussichtlich eine geringere Bedeutung haben, sind Pflege und Schutz bestimmter Streuobstbestände und Erhalt und Ausbau von Trockenmauern wahrscheinliche Maßnahmen.


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