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Flächen für den Feldhamster - Gemeinschaftsprojekt informiert über Schutzmaßnahmen

In der Gemarkung Schilfa führt die Agrargenossenschaft Weißensee e.G.  im Auftrag der Stiftung Naturschutz Thüringen auf 14 ha ihrer landwirtschaftlichen Flächen eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung durch. Der Betrieb ergreift hier gegen eine Aufwandsentschädigung vielfältige Maßnahmen, um den vom Aussterben bedrohten Feldhamster (Cricetus cricetus) zu fördern.  Die gemeinsam mit der Natura 2000-Station „Mittelthüringen/Hohe Schrecke“ erarbeiteten Maßnahmen umfassen u.a. eine kleinräumigere Fruchtfolge durch Teilung eines großen Ackerschlages in kleinere separat bewirtschaftete Teilflächen, die Anlage und Pflege eines zweiteiligen Blühstreifens mit hamsterfreundlichen Blühmischungen sowie das Belassen einer Stoppelhöhe von mindestens 15 cm bei der Ernte und eine Verzögerung des darauf folgenden Umbruchs bis mindestens Mitte September.

Diese Bewirtschaftung bietet dem Feldhamster dauerhaft Nahrung und Deckung und soll so helfen, der Art wieder einen passenden Lebensraum zu schaffen. Zudem werden die Feldhamsterbestände hier jährlich erfasst, um die Populationsentwicklung zu kontrollieren. Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit soll dieses Projekt überregional weitere Betriebe und Freiwillige für den Feldhamsterschutz begeistern und so als Multiplikator für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft dienen.  In diesem Sinne wurde am Mittwoch gemeinsamen mit allen Beteiligten eine Informationstafel an den Flächen angebracht.

Carlotta Schulz (SNT), Detlef Röthling und Jürgen Paffen (Agrar Weißensee) auf ihrer gemeinsamen Projektfläche. Foto: SNT