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Landschaftspflegemaßnahmen im Grünen Band: Erhalt des Offenlandverbundes bei Brennersgrün und Grumbach

Auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Thüringen im Grünen Band in den Gemarkungen Brennersgrün und Grumbach werden in diesem Winter Fällarbeiten umgesetzt. Die, insbesondere durch Fichten, zugewachsenen Flächen entlang des Kolonnenweges im Bereich der ehemaligen Innerdeutschen Grenze sollen ihre wertvolle Funktion als Offenlandbiotopverbund wieder erhalten. Hierzu werden die aufkommenden Gehölze mit handgeführten Maschinen entnommen und von der Fläche beräumt. Einzelne größere Bäume bleiben auch im Sinne eines attraktiven Landschaftsbildes erhalten. Sie tragen neben ihrem ökologischen Wert in trockenen Jahren dazu bei, dass Feuchtigkeit im Boden gehalten wird. Ein höherer Fichtenstreifen zwischen der Maßnahmenfläche und der Landesgrenze zu Bayern wird ebenfalls mit durchforstet. Mit Erntemaschinen werden die Bäume geerntet und im Anschluss mit einem Hacker zerkleinert. Die so gewonnenen Hackschnitzel werden als Energieholz verwertet. Die Maßnahme leistet somit auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Freistellung erstreckt sich über eine Fläche von 4 Hektar, für die eine Umwandlungsgenehmigung durch das Forstamt Schleiz vorliegt. Im Anschluss werden die Flächen durch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen offengehalten. Nördlich und südlich der Maßnahmenfläche wird das Grüne Band schon jetzt durch vierbeinige Landschaftspfleger, in diesem Fall durch Rinder, offengehalten. Die südlich angrenzenden Flächen wurden erst 2013/14 freigestellt und haben sich seither durch die Beweidung zu wertvollen, kargen Offenlandlebensräumen entwickelt, in denen nun u.a. Rote Liste Tagfalter-Arten wie das stark gefährdete Braunauge ( Lasiommata maera), oder der vom Aussterben bedrohte Violette Feuerfalter ( Heodes alciphron) vorkommen. Mit der Freistellung und der Beweidung durch den Wanderschäfer werden die bestehenden Offenbereiche optimal im Sinne des Biotopverbundes vernetzt.

Die Flächen gehören zu den ca. 4000 ha, die der Stiftung Naturschutz Thüringen als Naturerbeflächen ins Eigentum übertragen wurden. Damit verbunden ist der Auftrag, diese Flächen als länderübergreifenden Biotopverbund und als Mahnmal deutscher Geschichte zu erhalten und zu entwickeln.
Von der offeneren Landschaft wird unter anderem der geschützte und lichtliebende Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) profitieren, der auf diesen Flächen noch in großer Anzahl vorkommt, mit zunehmender Bewaldung aber verschwindet.

Auch wenn die Flächen nach der Freistellung einen etwas unansehnlichen Anblick z.B. durch offene Bodenstellen bieten, die Erfahrung zeigt, dass sich die Natur schnell wieder erholt und gerade diese Störungsflächen wichtige Keimstellen für gefährdete Pflanzenarten darstellen. Wir sind gespannt, wie sich die wertvollen Bärlapp-Standorte nach der Maßnahmenumsetzung entwickeln und werden die Fläche im Zuge unseres Monitoringprogrammes im Blick behalten.  

Ansprechpartner: Luise Wermter - luise.wermter(at)snt.thueringen.de

Blick entlang des Kolonnenweges mit unserer Maßnahmefläche auf der linken Seite; am Hang Richtung Brennersgrün. Foto: SNT